Vorsorge

RSI-Prävention zielt auf Veränderungen am Bildschirmarbeitsplatz, bei der gerätemäßigen Ausstattung, dem Bewegungsmuster und -ablauf und der inneren wie äußeren Arbeitsorganisation ab.

Wichtig für die Prävention von RSI ist zunächst eine umfassende Aufklärung von Arbeitgeber und Arbeitnehmern über die Risiken bei der PC-Arbeit, die Entstehung eines RSI-Syndroms, möglichen Konsequenzen und angemessenen Präventionsmaßnahmen.

Ein erfolgreiches RSI-Präventionsprogramm sollte folgende Aspekte am Arbeitsplatz und im Arbeitsalltag berücksichtigen:

  • ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (u.a. optimale Anpassung der Tisch- und Stuhlhöhe, Ausrichtung des Bildschirms, Geräteanordnung, optimale Lichtverhältnisse) – diese Arbeitsplatzgestaltung sollte anfangs professionell angeleitet werden und regelmäßig selbstständig vom Nutzer überprüft werden.
  • angenehmes Raumklima und Raumtemperatur – eine zu kalte Raumtemperatur kann beispielsweise die Verletzungsgefahr bei der PC-Arbeit fördern.
  • Nutzung alternativer Eingabegeräte STATT der handelsüblichen PC-Maus (z.B. Nutzung von Stifttabletts, vertikalen PC-Mäusen) um das für die PC-Maus typische Abknicken des Handgelenks, und somit die Gefahr einer Reibung an Sehnen und Nerven im Handgelenkkanal (Karpaltunnel), zu minimieren. Ideal wäre der Wechsel von verschiedenen Eingabegeräten über den Tag hinweg, um einer einseitigen Beanspruchung einzelner Muskeln, Sehnen und Nerven entgegenzuwirken.
  • Angemessenes Arbeitstempo und Pausenverhalten – durch sogenanntes „speed typing“ kommt es zu einer hochrepetitiven Dauerbeanspruchung, welche das Risiko von Mikroverletzungen im Hand-/Armbereich erhöhen kann. Das Arbeitstempo am PC sollte nicht über einen längeren Zeitraum hinweg auf „high speed“ laufen. Weiterhin sollten bei der PC-Arbeit mind. alle 30 Minuten eine Kurzpausen von 2-3 Minuten einlegt werden, um den Regenerierungsprozess der beanspruchten Sehnen, Muskeln und Nerven zu fördern.
  • Durchführen physiotherapeutischer Dehn- und Kräftigungsübungen am PC-Arbeitsplatz als „Warm-up“ vor Beginn der PC-Arbeit und während der genannten Kurzpausen über den Tag hinweg.
  • dynamisches Arbeiten: statt einer starren Sitzhaltung über den ganzen Tag hinweg sollten Sitz- und Arbeitshaltungen möglichst oft variiert werden, z.B. durch Nutzung eines Gelkissens, Sitzen auf einem Sitzballs, Nutzung dynamischer Sitzmöbel und eines Stehpults.
  • Schmerzedukation zur Vermittlung von Wissen über die Entstehung und Chronifizierung von Bewegungsschmerzen
  • Stressmanagement und Organisation des Arbeitsalltags zum angemessenen Umgang mit hohen Arbeitsanforderungen und Arbeitsvolumen
  • Psychologische Aspekte zur Selbstbewertung und eigenen Leistungsansprüchen
  • Entspannungs- und Achtsamkeits-basierte Verfahren welche sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen
  • Motivationale Stratgien zur langfristigen Aufrechterhaltung eines angemessenen Arbeitsverhaltens.

Ein Beispiel für ein bereits bestehendes RSI-Präventionsprogramm ist das von der Technischen Universität Darmstadt und der Landesanstalt für Arbeitsschutz (LafA) Nordrhein-Westfalen entwickelte Programm „PROFITS“. Das Programm ist modulartig aufgebaut und beinhaltet alle oben genannten Komponenten. Es wurde in einer Pilotstudie in einem deutschen Großunternehmen durchgeführt und evaluiert.